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Laugavegur - die anspruchsvolle Mehrtagestour im Hochland Islands

Es ist feucht in den Highlands

Bericht einer etwas zu feuchten Mehrtagestour in den "Highlands" von Island im August 2015


Projekt und Umsetzung unterschiedlich

Manchmal lassen sich Wanderpläne nicht 1:1 umsetzen....wenn man denn vernünftigerweise Rücksicht auf die Macht der Natur nimmt und nicht einfach den "Kopf durchsetzt". 

 

Das Projekt

Die Wanderung "Laugavegur" ist eine der bekanntesten Wanderungen Islands. Die Wanderung führt während vier Tagen von Landmannalaugar nach Þorsmörk. Die vier Etappen führen während etwa 55 km durch Naturschutzgebiete im südlichen Hochland von Hütte zu Hütte. Man passiert Vulkanlandschaften, Berge in allen Farben des Regenbogens, schroffe Gletscher, heisse Quellen, Gletscherflüsse und malerische Seen. Ebenfalls besonders an dieser Wanderung ist: man "furtet" Flüsse. 

 

 

Termin bestimmen und früh buchen...

Der Monat August schien uns ideal für unsere Wanderung; in der Hoffnung, dass dann die Wärme im Hochland den Schnee vertrieben hat.

 

Die Hütten müssen frühzeitig reserviert werden. Wir haben in unserer Planung eingebaut, unser Mietauto in Hella abzustellen und mit dem Trex-Bus nach Landmannalaugar zu fahren; also habe ich diese Busfahrten auch gleich im Voraus gebucht.   

 

Nach den Buchungen gehörte natürlich die Planung der Ausrüstung dazu. Auf der Webseite des isländischen Wandervereins ist die Wanderung sehr gut beschrieben. Wir haben uns danach orientiert. Wichtig war uns einfach, eine komplette Fotoausrüstung mit Stativ dabei zu haben. 

 

Einer erlebnisreichen Wanderung konnte nicht mehr viel im Weg stehen...


Die Umsetzung

Auch wenn die Wanderung erst am 5. Tag unserer Islandreise startete. Eingestimmt wurden wir bereits am Flughafen:

Können wir überhaupt die Tour wandern?

 

Als wir in der schier endlos scheinende Schlange vor dem Autovermieter warteten, lenkten wir uns mit dem Studium des Infobildschirms ab.

 

Aber was wir da lesen konnten, hat uns nicht gerade sehr ermuntert. Ob wir überhaupt die Wanderung durchführen können? "There is still a lot of snow..."

 

Wir blieben positiv, wie wir das immer sind und waren weiterhin zuversichtlich... es ist startet ja noch nicht morgen...

Die Schönheit von Landmannalaugar
Die Schönheit von Landmannalaugar

Schönes Wetter - eindrückliche Landschaft - viele Menschen

 

Dann war er da, dieser 6. August 2015, unser Start in das Abenteuer Laugavegur.  Alles klappte perfekt: Auto in Hella abgestellt, pünktlich mit dem Trex-Bus nach Landmannalaugar abgefahren, Bett in Massenlager bezogen, Gepäck deponiert. Und dann machten wir uns auf den Weg, die Gegend rund um die Hütte zu erkunden. Landmannalaugar ist ein Naturparadies. Das Wetter spielte mit. Die Sonne zeigte sich. Und wir waren fasziniert und sind aus dem Staunen über diese skurrile Landschaft nicht mehr raus gekommen. 

Landmannalaugar - Lavalandschaften und wunderschöne Bergformationen
Landmannalaugar - Lavalandschaften und wunderschöne Bergformationen

Der erste Wandertag

Landmannalaugar - Hrafntinnusker / 12 km / 4-5 Std. / 470m Steigung

 

Na ja, schlafen kann ich ja nicht wirklich gut in einem Massenlager. Aber sicher war da auch meine Nervosität schuld. Ich konnte es kaum erwarten, die Wanderung anzugehen. Wir sind früh los marschiert, einer mit 20kg Fotoausrüstung am Rücken und der andere mit 20kg Wandergepäck am Rücken. Gut eingekleidet (es war kühl) und voll motiviert haben wir die 470m Höhenmeter in Angriff genommen und sind ins Tal der heissen Quellen los marschiert. 

Blick am Vorabend auf die zweite Etappe
Blick am Vorabend auf die zweite Etappe

Der zweite Wandertag

Hrafntinnusker - Alftavatn  / 12 km / 4-5 Std. / 490m Gefälle

 

 

Auch die zweite Hütte war überfüllt mit Wanderer aus der ganzen Welt und es wurde um die Wette geschnarcht. Ich musste leiden. Aber wir waren gemütlich in einer warmen Hütte. Draussen ist im Abend - das haben wir gar nicht mitgekriegt - ein Zeltlager entstanden. Und diese Zelte standen nun alle im Regen. Ja, es regnete; leider. Dies hat uns aber nicht abgehalten, los zu marschieren. Die Bedingungen waren gar nicht gut. Hoher Schnee, Nebel, kühl. Aber das gehörte eben dazu. Und wenn es dann mal keinen Schnee hatte, so marschierten wir durch Lehm... ein Gehen wie auf Seife. Und dann war da auch noch die ersten beiden Flüsse, die es zu furten (durchqueren) galt. Nein, es hatte eben keine Brücke... 

Wetter beständig schlecht und trotzdem schön

 

Zufrieden, aber sehr erschöpft sind wir an der dritten Hütte angekommen. Es hat den ganzen Tag so stark geregnet, so dass wir unsere Kameras nicht ein einziges Mal benutzen konnten. iPhone sei Dank, konnten wir aber dennoch den einen oder anderen Eindruck in einem Bild festhalten. Es kommt einen vor, dass die Natur, sobald der Schnee weg ist, richtig im grünen, frischen Farben explodiert. 

 

Wir waren komplett durchnässt. Die Wetteraussichten wurden noch schlechter, so dass wir uns entschieden haben, die Wanderung hier zu beenden und uns wieder der Fotografie zuwenden zu können. 

Fazit

Baumgruppe bei Hvolsföllur mit Blick auf die Westmännerinseln
Baumgruppe bei Hvolsföllur mit Blick auf die Westmännerinseln

Es war ein einmaliges Erlebnis. Das Hochland ist wirklich traumhaft schön. Und es hat meine Faszination und Liebe zu Island noch verstärkt.

 

Wir haben uns dann ein tolles Alternativprogramm zusammengestellt.

 

Und siehe da, ganz im Süden hat sich am nächsten Tag dann auch wieder das traumhafte isländische Sommerwetter gezeigt.

 

Wir haben richtig entschieden!

Empfehlungen

Wer diese Wanderung in Angriff nehmen möchte, soll sich diese Punkte zu Herzen nehmen.

Das sollte dabei sein:

  • Gehörschutz für einen ungestörten Schlaf im Massenlager
  • genügend Ersatzkleidung (auch Ersatzhandschuhe, Ersatzmütze, etc.)
  • Regenschutz (ohne diesen hätten wir wohl den zweiten Tag kaum überlebt)
  • genügend Proviant (es gibt keine Kaufgelegenheiten in den Hütten, auch wird in den Hütten nicht gekocht. Wir wussten dies, achteten aber zu wenig darauf, was wir alles mitnehmen hätten können...)
  • Gummistiefel für die Flussüberquerungen (das fehlte uns..)
  • Ein paar Wanderstöcke (einer genügt nicht, auf zwei kann man sich in den Flüssen besser abstützen, da waren wir froh)
  • mobiles Akkuladegerät (es hat keine Steckdosen in den Hütten)
  • Badehose (in Landmannalaugar gibt es eine natürliche heisse Quelle, da sind zwar Hundert andere Wanderer auch drin, schön ist es dennoch)

 


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Ihr Berner Fotograf  für

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