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Reykjavik - Street Art

Street Art Reykjavik

Überall in der Stadt entdeckt man Graffitis und riesige Wandgemälde. Zuerst sind es vielleicht nur wenige und mit der Zeit sieht man sie wirklich fast an jeder Ecke... und sie faszinieren.

..ein weiterer Grund, sich in diese Stadt zu verlieben

Diese Street Art und noch viel mehr entdeckt man auf einem Bummel durch die liebliche Stadt Reykjavik.

Die Aufnahmen wurden mit einer Nikon D810 im August 2015 und im Mai 2016 gemacht. 

Der Grossvater

Liebe auf den ersten Blick mit den putzigen Papageitauchern. 

Würde man dieses Portrait ohne Gebäude-Kontext fotografieren, käme wohl niemand drauf, dass dies eine ganze Fassade gross ist. 

 

Es ist ein Privathaus, das parallel der Vesturgata liegt. Die Fassade an der Ecke zur Seljavegur war Graffiti-verschmiert.  Guido van Helten hat dieses Gebäude auf der Suche nach einer neuen Arbeitsfläche entdeckt (Zitat: "...give me a wall") und bei der Besitzerin angeklopft. Diese war von seinen Arbeiten und von der Idee, eines riesigen Gemäldes fasziniert und beauftragte ihn, ihren Grossvater zu malen. Grundlage dazu war ein altes Familienfoto.

  

Das Bild ist sehr ausdrucksstark. Der alte Mann lächelt. 

 

Wenn man vom Zentrum her kommend an den Strassen vorbei schlendert, lässt einen plötzlich der Blick dieses Mannes nicht mehr los. Und wenn man das Bild von nahem anschaut, sieht man die Unebenheiten und Korrekturen in der Mauer. 

 

 

 

Die Aufnahme wurde mit einer Nikon D810 im Mai 2016 gemacht. 

"Geschlossene Gesellschaft"

Ein paar Schritte nach dem "Aurora Borealis" Museum, unweit vom oben beschriebenen Grossvater, steht das Gebäude "Loftkastillin", das heute als Kreativwerkstatt für Film und Design genutzt wird: ein ehemaliges Theater. Von aussen eigentlich nicht sehr anschaulich. Bis der Künstler Van Helten drei Wände mit seinen Gemälden "dekoriert" hat....

 

Florence aus dem Drama "Geschlossene Gesellschaft"
Florence aus dem Drama "Geschlossene Gesellschaft"

Inspiriert haben ihn Bilder von Szenen aus dem Drama "Geschlossene Gesellschaft" (engl. "No Exit") des französischen Schriftstellers und Philosophen Jean-Paul Sartre. 

 

Gefunden hat er diese Szenen auf alten Fotografien von Andres Kolbeisson im Reykjavik Museum of Photography Archive. Dieser hat die Szenen 1961 fotografiert.

 

Mehr zum Drama kann hier nachgelesen werden. 

 

 

 

Die Aufnahme wurde mit einer Nikon D810 im Mai 2016 gemacht. 

Inès und Florence aus dem Drama "Geschlossene Gesellschaft"
Inès und Florence aus dem Drama "Geschlossene Gesellschaft"

Dieses Bild wirkt eher sinnlich als ein Ausschnitt aus einem Drama:

 

Eine Frau, es ist vermutlich die lesbische Inès, schminkt ihre Liebhaberin Florence. Wohl bevor diese sie und sich selbst vergiftet. Eben doch ein Drama...

 

 

Der Künstler hat in seinen Bildern die Gebäude-strukturen einbezogen, egal ob Unebenheiten, Türen, Fenster oder Balkone und gibt so dem Bild und vor allem auch dem Gebäude einen neuen Charakter. 

 

Die Aufnahme wurde mit einer Nikon D810 im Mai 2016 gemacht. 

Liebesszene mit Florence und ihrem Mann aus dem Drama "Geschlossene Gesellschaft"
Liebesszene mit Florence und ihrem Mann aus dem Drama "Geschlossene Gesellschaft"

Mann und Frau in enger Umarmung:

 

Florence mit ihrem Ehemann, dem Cousin von Inès. Bevor auch dies in einem Drama endet. 

 

Eine grosse Gebäudefassade, die ohne Bild einfach grau wäre. Und so wird das Gebäude ausdrucksstark und erzählt eine Geschichte. Und glücklicherweise kennt man den Drama-Hintergrund nicht und man kann sich eine romantische Geschichte zum Bild ausdenken. So ging es jedenfalls mir (ich weiss, ich bin ein unverbesserlicher Romantiker).

 

Die Aufnahme wurden mit einer Nikon D810 im Mai 2016 gemacht. 

Die Aufnahmen wurden mit einer Nikon D810 im Mai 2016 gemacht. 

Der Künstler dieser wundervollen Gemälde:

Guido van Helten

 

Ich hätte mir nie gedacht, welche Reaktion diese Gemälde auslösen" so seine Aussage im Interview.

 

Er hat das Bild des Grossvaters mit den Augen begonnen. Für ein Auge malte er einen ganzen Tag. Die Augen ist der wichtigste Teil eines Portraits. So sieht man auch den grossen Aufwand, den er in das wundervolle Bild steckte. 


Selbst entdecken...

Es ist immer eine Frage der Fokussierung und Konditionierung und dann entdeckt man Unglaubliches. Es lohnt sich daher, mit dem Blick "Street Art" durch Reykjavik zu schlendern. Egal, ob im Sommer oder Winter. Man entdeckt immer wieder neue Ecken dieser interessanten Stadt...

Wo finde ich den Grossvater und die drei anderen Szenen?

Nach etwa 10 Fussminuten vom "Tourist Office" erreicht man alle vier Gemälde, die sich in unmittelbarer Nähe befinden.

 

Die beiden roten Marker zeigen den "Grossvater" und die Gebäude (gleich gegenüber) der drei Gemälde aus "Geschlossene Gesellschaft".

 



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